Montag, 6. Juni 2016

Einer für alle, alle für einen

Liebes Coaching Tagebuch!

In den letzten Tagen habe ich wieder erlebt, wie wichtig Unterstützung und Zusammenhalt ist. Ein gut eingespieltes und harmonisches Team kann so viel mehr erreichen als Einzelkämpfer. Aber der Reihe nach.
Wie du liebes Tagebuch weißt, bin ich ja begeisterte Reiterin und wollte mal Turnierluft schnuppern. Ich war mir im Vorfeld nicht darüber im Klaren, ob mir das Spaß machen würde, und ob es den ganzen Aufwand wert ist. Eines kann ich schon vorweg nehmen, jede einzelne Trainingsstunde, das Üben, das Lernen der Pattern, die zahlreichen schlaflosen Nächte, all das war es wert.
Es begann mit einer sehr kurzen, aber intensiven Vorbereitungsphase, schließlich kannten Lil Jacinic Surprise , Jac genannt,  und ich uns erst sehr flüchtig. Jede einzelne Stunde mit diesem wunderbaren Quarter Horse waren das pure Vergnügen. Er war immer aufmerksam und gab sein Bestes. Ich gab ihm das Versprechen ihn immer fair zu behandeln und ohne Sporen, sanft und langsam in meiner Hand zu reiten. Seine Besitzerin schenkte mir uneingeschränktes Vertrauen, wie ich es nur selten zuvor erlebt hatte. Wir waren immer gemeinsam am Reitplatz und hatten uns im Vorfeld als Team schon super ergänzt.
Bettina nahm mir die Aufwärmphase ab, die manchmal etwas länger ausfallen konnte und ich konnte meine Kräfte sparen. Gemeinsam hatten wir uns über Kleinigkeiten gefreut und Jac wurde im Übermaß belohnt. So hatte auch er immer mehr Spaß am Training. Beim ersten gemeinsamen fliegenden Galoppwechsel wurde vor Begeisterung geklatscht, geschrien, gekrault und vor Freude auch immer wieder geweint.
Und weil wir so eine Freude an der Arbeit mit Jac hatten, wollten wir beim Reitertreffen starten. Als Team!
Jacs Trainerin war über unsere Ideen anfangs sehr erstaunt, hatten wir ja nur noch 1 Woche Zeit für all die Vorbereitungen, aber auch sie stellte sich spontan auf unseren Traum ein. "Dabei sein ist alles", war ihre Devise und Spaß wollten wir haben und Jac natürlich auch.
Mit Kerstins Hilfe wurde an den Feinheiten gearbeitet und das Outfit bis in kleinste Detail geplant. Ob ich mit meiner Stute starten würde habe ich mir diesmal offen gelassen. Mein Ziel war es, Fly my way mit den anderen Pferden gelassen aufzuwärmen. Eine mentale challenge für mich und mein Pony!

Am 04.Juni war es dann soweit.

Ich hatte kein Auge in der Nacht zugemacht. Immer wieder bin ich die Pattern im Geiste durchgeritten und Nervosität und Unsicherheit machten sich immer mehr breit.
Jedes andere Pferd hätte die Grundstimmung übernommen, nicht aber Jac. Er war gelassen und souverän!
Bettina und ich putzten unsere beiden Pferde auf Hochglanz. Im Vorfeld wurde jeder einzelne Schritt geplant. Kerstin, Trainerin und "Perle des Teams" teilte klar unsere Rollen auf. Karina, die Vierte im Bunde kümmerte sich um Fly und um Nervennahrung. Jeder Wunsch wurde mir sofort erfüllt.
Bettina wärmte ihren Jac mit so viel Freude und Können auf und ich konzentrierte mich auf Fly. Ich hatte die Sicherheit ein Team hinter mir zu haben. Es bedarf keiner Worte, ich wusste was zu tun war, als hätte ich ein Headset im Ohr. Ein unbeschreibliches Gefühl. Fly war gelassen, ließ sich annehmen und hörte zu. Ich war so stolz auf meine Stute. Ziel erreicht und deswegen wollte ich mich ab jetzt nur noch auf Jac konzentrieren.
Ich konnte es kaum erwarten in den Bewerb zu gehen. Keine Unsicherheit, keine Nervosität, nur Freude und Vertrauen.
Unser oberstes Ziel war es Spaß zu haben, und wir hatten so viel Spaß. Ein Sieg, ein zweiter, zwei dritte und ein vierter Platz waren nur die Zugabe. An Genauigkeit und Feinheit fehlt es mir noch, aber wir sind ausbaufähig!

Was ist nun die Botschaft dieses Eintrages?
Als Team waren wir unschlagbar. Wobei dieser Begriff in der Praxis oft und mit verschiedenen Bedeutungen angewendet wird. Die Assoziationen zum Begriff Team umfassen 6 Dimensionen. In diesem Fall handelt es sich um die Erlebnisdimension. Alle Teammitglieder empfinden sich als Gemeinschaft Gleichgesinnter, die auf der gleichen Wellenlänge sind. Es steht der Aspekt der Verbundenheit im Vordergrund.

Kriterien für ein Team:
  1. mindestens 2 Mitglieder
  2. Die Mitglieder tragen zur Erreichung der Teamziele mit ihren jeweiligen Fähigkeiten bei
  3. Team - Identität, die sich von den individuellen Identitäten der Mitglieder unterscheidet
  4. Kommunikationspfad sowohl innerhalb des Teams als auch zur Außenwelt
  5. Struktur des Teams ist aufgaben- und zielorientiert beschrieben

Und ohne es zu wissen, haben wir diese Kriterien erfüllt. Jeder setzte seine individuellen Fähigkeiten ein.

Treu dem Motto: Einer für alle, alle für einen!




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