Montag, 28. März 2016

Lucky on his way!

Liebes Coaching Tagebuch!

Ich habe schon länger nichts geschrieben, denn ich musste die letzten Wochen erst verdauen. Manchmal ist es hilfreich die eigenen Gedanken und Gefühle sofort nieder zu schreiben. Diesmal musste ich aber zuerst mein inneres Chaos sortieren. 
Es war viel los in den letzten Wochen.
Eine neue Hündin ist bei uns eingezogen. Nada (siehe Tagebuch Eintrag Februar) hat sich sofort gut eingelebt und in unser Rudel integriert. Die junge Hündin ist mittlerweile sehr vergnügt. Aber bekanntlich liegen Freud und Leid eng nebeneinander und einerseits durften wir dieses neue Familienmitglied begrüßen. Trauriger Weise mussten wir aber von einem geliebten Familienmitglied Abschied nehmen. 
Ich kann es noch immer nicht realisieren! Lucky, der in sich ruhende Oldie konnte sich von einer Verletzung am Huf nicht erholen. Er hat sich wirklich bemüht, hat für uns alle gekämpft, denn wir wollten die Schwere der Verletzung einfach nicht wahrhaben. Er hat sich geduldig alle Untersuchungen gefallen lassen, war trotz Schmerzen immer sehr freundlich und zugänglich. Doch irgendwann hat sich sein Blick verändert. Die Lebensfreude war verschwunden, doch wir Menschen wollen das leider oft nicht wahrhaben. Es tut so weh zu wissen, dass eine Entscheidung FÜR unsere geliebten Vierbeiner getroffen werden muss. Irgendwann kommt für jeden Tierbesitzer dieser so gefürchtete Tag X. Dann müssen wir auf der Ratio handeln, das sind wir unseren Fellnasen einfach schuldig.
Und dann funktionieren wir nur noch. Der letzte Gang soll so schmerzlos wie nur möglich passieren. Bei Pferden ist das aber eine ganz andere Dimension, anders als bei Hunden, Katzen und Co die in unseren Armen einschlafen. 
Die Euthanasie eines Pferdes ist auch für den Menschen nicht ganz ungefährlich. Es ist vorher nicht klar wie und wohin dieses fällt. Aber Lucky hat auch hier auf uns Menschen aufgepasst. So wie er das sein ganzes Leben getan hat. Er war so ein außergewöhnliches Pferd, wie es kaum eines gibt. Er hat immer und überall auf uns Menschen Acht gegeben. 
Er erinnert mich an meinen Vater, der mich als Kind und Jugendliche liebevoll beschützt und begleitet hat. 
Zwischen Menschen und Tieren sind Beziehungen möglich, die denen entsprechen, die Menschen untereinander kennen. Der Mensch nimmt eine andere Person als Individuum wahr und respektiert sein Gegenüber. Die gemeinsame Basis ist gegeben, auf der man sich gegenseitig als Individuum , als Du wahrnehmen und eine Beziehung miteinander eingehen kann. Die Du-Evidenz ist bei der Mensch-Tier Beziehung unumgänglich. Sie kommt vor allem dann zum Tragen, wenn Körper sprachlicher Ausdruck, spezifische Bedürfnisse, wie nach Nähe und Berührung, Kommunikation und Interaktion von Mensch und Tier Ähnlichkeiten aufweisen.
Deshalb ist es wohl kein Wunder, dass Lucky diese Rolle eingenommen hat. Er war nicht nur für seine Herde der achtsame, besonnene "Leithengst", er war auch für uns Menschen unser Beschützer, unser Lehrer, ja ein stück weit unser Vater.
Und jetzt ist er nicht mehr unter uns. Unser aller Schmerz ist grenzenlos. Wir trauern, wir weinen, wir verleugnen, wir verdrängen aber vor allem vermissen wir ihn. Dennoch sind wir alle unendlich dankbar, dass Lucky uns so viele Jahre begleitet hat. Wir durften sehr viel von ihm lernen.
Es dürfen sich alle Menschen glücklich schätzen, die so ein Pferd kennen gelernt haben. Eine noch größere Ehre gebührt allen BesitzerInnen solch großartiger Pferde. Schätzt Euch glücklich und seid dankbar für die gemeinsamen Jahre.
Lieber Lucky, in unseren Herzen wirst du immer weiter leben, der Schmerz wird erträglich werden, aber vergessen werden wir dich nie. Und das ist gut so.
Run free Lucky way! 

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