Donnerstag, 3. August 2017

schlechtes Gewissen, mein treuer Begleiter

Liebes Coaching Tagebuch!

Die Hitze macht mich völlig fertig. Ich habe das Gefühl kaum atmen zu können. Jede Bewegung, jeder Schritt muss im Moment gut überlegt sein. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mich täglich dusche und umziehe. Bereits um 05:00 morgens hat es eine Affenhitze und es fällt mir schwer, dass relativ kühle Haus (derzeit 25 Grad) zu verlassen. Um die Hunde auszuführen kann ich mich dann doch aufraffen. Wäre ich nicht so pflichtbewusst, würde ich wahrscheinlich nicht mal das tun. Also gehen wir zum See, schwimmen ein paar Runden und kehren etwas abgekühlt zurück ins Haus. So weit, so gut. Wären da nicht die pferdegestützten Seminare, meine Leidenschaft und großes Standbein unseres Business.
Auch wenn wir die Möglichkeit haben in einer überdachten Scheune oder im Schatten zu arbeiten, ist es trotzdem im Moment für alle Beteiligten sehr grenzwertig. Bei nahezu 40 Grad im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von 75% ist es für die TeilnehmerInnen wirklich schwierig sich zu konzentrieren. Auch für die Pferde ist es eine Belastung, auch wenn sie keine sportlichen Höchstleistungen bringen müssen. Und zu guter Letzt sind da auch noch wir als Trainer und Coaches. Deswegen habe ich mich dann langem Hin und Her entschlossen 4 Tage „blau“ zu machen. Zum Wohle aller wurden die Seminare verschoben. Ich denke, auch die TeilnehmerInnen und Unternehmen waren über diese Hitzeferien dankbar. Dennoch plagt mich das schlechte Gewissen.
Wie ein Terrier hat sich das schlechte Gewissen in meinem Leben festgebissen. Gefüttert vom Pflichtbewusstsein, denn eigentlich müsste ich als Unternehmerin jeden Termin, jede Chance nützen. Das Gewissen ist mein moralischer Kompass. Im Laufe des Lebens wurde es mit den Regeln und Werten ausgestattet. Das Gewissen lässt mich zwischen richtig und falsch unterscheiden und warnt mich vor möglichen Fehlern und Dummheiten und erfüllt somit einen gesellschaftlichen Nutzwert.
Auch wenn mein Gewissen einen positiven Effekt hat, ist es dennoch auch oft hinderlich. Wie werde ich dies in vernünftigen Situationen los? Ich weiß nämlich, dass die Entscheidung der Hitzeferien absolut richtig ist.
5 Tipps diese loszuwerden
1. Ich bin nicht perfekt.
Immer an alles zu denken. Allen gerecht werden. Auch ich bin nur ein Mensch. Nach Perfektion zu streben, macht unglücklich und setzt unnötig unter Druck.
2. Die Welt dreht sich auch ohne mich.
Besonders in meinem Job habe ich ein überzogenes Verantwortungsgefühl. Ich fühle mich allein verantwortlich dafür, dass der Laden läuft. Zum Teil bin ich das auch, aber eben nur zum Teil.
3. schlechtes Gewissen ist nur eine Orientierungshilfe.
Ich lasse mich von meinem schlechten Gewissen kritisieren, aber nicht tyrannisieren. Mein Gewissen ist dafür da, mich darauf aufmerksam zu machen, dass etwas schiefläuft. Doch ich entscheide, wann ich zuhöre.
4. Im Hier und Jetzt
Ich werde viel verpassen, wenn ich nie den Augenblick genieße. Ich brauche diese Auszeiten - und haben diese auch verdient.
5. Es geht um mich.
Wer immer nur an andere denkt, der vergisst sich selbst. Ich gönne mir ein bisschen Egoismus.
Und all diese Tipps habe ich befolgt. Ich habe die Tage am See mit den Hunden genossen.
Am Abend durften die Pferde auf die schattige Weide und eine ausgiebige Dusche wurde dankbar angenommen.
Lästige und längst überfällige Büroarbeiten wurden spät abends erledigt, denn ich habe keinen „nine till five“ Job. Ich darf selbst wählen, wann ich vorm PC sitze und Angebote und Buchhaltungskram erledige.
Mein treuer Begleiter, das schlechte Gewissen hat mich zwar noch nicht ganz verlassen, aber er befindet sich auf Distanz.
Wenn auch du unter Schuldgefühlen leidest und diese loswerden möchtest, dann bist du bei EsTutGut genau richtig. Wir arbeiten übrigens auch ohne Tiere, ganz klassisch, systemisch in der Lebens- und Sozialberatung. Schreibe mir ar@estutgut.com, ich freue mich von dir zu lesen.
www.estutgut.com


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