Montag, 2. Januar 2017

Gute Freunde, langes Leben


Liebes Coaching Tagebuch!

Unsere Pferde leben tagein, tagaus im Offenstall. Sie können so ihren natürlichen Verhalten nach Sozialkontakten, Bewegung und Nahrungsaufnahme nachgehen. Ich bin von dieser Haltungsform absolut überzeugt, auch wenn es für uns Menschen mehr Mühe; Zeit und Energie bedeutet, unsere Vierbeiner zu versorgen.

Aber in einer Nacht muss ich schweren Herzens diese ideale Haltungsform über Bord werfen! Die Silvesternacht ist viel zu laut und birgt für mich zu viele Gefahren in sich. Immer wieder liest man am 1. Jänner von geflüchteten, in Panik geratenen Pferden. Sicherheit für Tier und Mensch steht an diesem Tag im Vordergrund und das bedeutet Komfortzone und Ideale verlassen und Pferde in die Box übersiedeln.

Jac, unser Neuzugang kennt ja die Boxenhaltung, dennoch hatte ich ein ungutes Gefühl. Auf den Bauch zu hören, war immer eine gute Idee und deswegen wurden alle nur erdenklichen Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. Noch vor Einkehr der Dunkelheit führten wir die Pferde in die Box. Gut gefüllte Futterkübel sollten den Umzug erleichtern. Die anfängliche Nervosität hat sich rasch gelegt. Fly und Wynono haben mit Begeisterung gefressen, Gretl ein Nickerchen gemacht nur Jac war sehr nervös. Er hat immer die Nähe zu Nono gesucht. Da wurde das Fell gekrault und Schutz gesucht. Es war nicht die Box, die ihm zu schaffen machte, sondern die Trennung zu Wynono. Zwischen den Beiden hat sich so eine tolle Pferdefreundschaft entwickelt. Da wird gespielt, Fellpflege betrieben und eigene Kräfte gemessen. Ich könnte den 2 den ganzen Tag zuschauen. Sie tun sich gegenseitig so gut. Jac hat nun endlich einen ebenbürtigen Kumpel gefunden, Wynono wird in Schranken gewiesen und darf mit einem anderen Wallach spielen. Tante Gretl ist dafür nicht wirklich geeignet.

Auch Tiere brauchen Freunde, genau wie wir Menschen.

"Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern", schrieb Aristoteles. PsychologInnen haben sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt und wissen, wer Freunde hat ist glücklicher. Freunde sind wichtig. Das wissen schon die Kleinsten! Die ersten Freundschaften werden mit ca. 3 Jahren geschlossen, allerdings haben solche Beziehungen oft noch wenig zu tun, was Erwachsene unter Freundschaft verstehen. Meine besten Freunde habe ich allerdings genau in dieser Zeit kennengelernt. Die beste Freundin, spielt bei Mädchen eine wichtige Schlüsselrolle. Ihr vertraut man fast alles an und ist häufig wichtiger als Eltern oder Geschwister. Diese fragilen Gebilde können allerdings von einem Tag auf den anderen zerbrechen, wenn eine neue beste Freundin auftaucht. Das kenne ich nur allzu gut. In der Pubertät waren diese Freundschaften häufig mit Zuneigung, Vertrautheit, aber auch Kränkung und Verzweiflung verbunden. Burschen tun sich meiner Meinung und Beobachtung nach, leichter. Sie haben zwar einen guten Freund, der ist in der Regel nach aber austauschbar.

Virtuelle Freundschaften

In Zeiten von Internet und sozialen Medien wie Facebook,Instagram und Co haben sich auch die Beziehungen verändert. Nicht wenige Menschen haben im Internet eine fast endlose Liste von virtuellen "Freunden". Doch das Internet bietet auch viele Möglichkeiten: Zum Beispiel kann man über weite Entfernungen unkompliziert kommunizieren und so Freundschaften auch zu Menschen pflegen, die man ansonsten aus den Augen verlieren würde

Gute Freunde, langes Leben

Freunde tun gut, denn wer es schafft, gute Beziehungen aufzubauen, steigert damit sein Wohlbefinden, ist zufriedener und gesünder als Menschen, die isoliert leben. Genau das kann ich auch bei unseren Pferden beobachten. Freunde spielen als "lebensverlängernde" Maßnahme eine viel wichtigere Rolle als die eigenen Kinder oder andere Verwandte. Das liegt möglicherweise daran, dass man sich Freunde selber aussuchen kann. Gemeinsam durch dick und dünn ist das Motto, Zwecksgemeinschaften haben keinen Einfluss auf die Lebenserwartung. Da unterscheiden sich die Pferde von uns Menschen. Zwecksgemeinschaften werden von uns Menschen vorgegeben, denn sie hatten keine freie Wahl, aber auch in der Natur dient diese Zweckgemeinschaft als Überlebensschutz. Ein Pferd alleine hat keine Chance zu überleben!

Es gibt also genug Gründe, sich ein stabiles soziales Netz aufzubauen. Wer Freunde hat, kommt leichter durchs Leben, da sind sich die WissenschafterInnen einig. Und genau dieses Phänomen konnte ich in der Silvesternacht bei unseren Pferden beobachten.

Die „Wiedersehensfreude“ am Neujahrstag, besser gesagt um 5:30 morgens war groß. Da freut sich das weibliche Herz. Ich freue mich so für die 2.

Ein Hoch auf die Freundschaft!

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