Donnerstag, 3. November 2016

Trigger - Trauma


Liebes Coaching Tagebuch!

August, mein Vizsla Ründe macht mir Sorgen. Er ist ein fröhlicher, lebhafter Hund. Aber in letzter Zeit verhält er sich sehr seltsam, wenn er einige Zeit mit Nada, der Mischlingshündin alleine zu Hause ist. Während Nada mich schon freudig bei der Tür begrüßt, muss ich den „Buben“ im oberen Stock vom Büro abholen. Er wirkt verunsichert und nervös.

Natürlich mache ich mir darüber so meine Gedanken. Da ich seine Vorgeschichte nicht kenne, er ist vom Tierschutz, liegt die Vermutung nahe, dass er früher häufig alleine war und irgendwelche Ereignisse getriggert sind.

Was ist ein Trigger? Was ist ein Trauma?

Mit Trigger (englisch: Auslöser) sind Sinneseindrücke gemeint, die in einem Menschen/ in einem Tier unangenehme Gefühle hervorrufen, die von einer vergangenen negativen Erfahrung herrühren. Da der Trigger oft mit einem Trauma zusammenhängt, kann auch von einer  Retraumatisierung gesprochen werden.

Ein Trauma ist oft Resultat von Gewalteinwirkung – sowohl physischer wie psychischer Natur. In der Medizin versteht man unter Trauma eine Verletzung, Schädigung oder Wunde, die durch Gewalteinwirkung von außen entsteht. Aus psychologischer Sicht beschreibt Trauma eine seelische Verletzung, resultierend aus einem belastenden Ereignis. In vielen, wenn auch nicht in allen Fällen, sind diese eng miteinander verknüpft, die Traumatisierungen erfolgen oftmals sogar zeitgleich oder bedingen sich.  Aufgrund mangelnden Bewätigungskapazitäten und um das eigene Überleben zu sichern, spaltet die Psyche den traumatischen Komplex vom übrigen Bewusstsein ab, wodurch er als zerstörerischer Fremdkörper gespeichert, sozusagen konserviert wird. So befindet er sich im Unbewussten des Menschen und wird auch durch unbewusste Reize angeregt.

Wird ein Trigger aktiviert, kann sich der betroffene Mensch, das betroffene Tier plötzlich in die belastende Situation der Vergangenheit zurückgeworfen fühlen. Angst wird wieder erlebt, aber auch Wut, Trauer und Schmerz.

Ich kann in Augusts Augen Angst erkennen, der Körper zittert und er wirkt sogar etwas apathisch.  Durch den Trigger wird der Rüde in bedrohliche Situationen aus der Vergangenheit zurückversetzt. Was genau getriggert ist, werde ich wohl nie erfahren. Ist es ein Gegenstand, ein Geruch, die Couch oder meine Verhaltensweise beim nach Hause kommen?
Ich werde mein Ritual überdenken und mir neue Verhaltensweisen einfallen lassen. Ich werde aufsperren, mir in Ruhe Schuhe und Jacke ausziehen und warten bis August bereit ist mich zu begrüßen. Ein liebevoller Umgang mit dieser Situation ist die Basis für eine gute Beziehung.

Natürlich sind wir Menschen auch von Triggern betroffen. Leider findet dieses Thema noch zu wenig Beachtung.
Manchmal können Trigger von äußeren Umständen oder völlig unbeabsichtigt von anderen Menschen ausgelöst werden.  Diese Art von Trigger kann durch Selbstreflexion vermieden werden. Personal Coaching im tiergestützten Setting ermöglicht einen respektvollen und umsichtigen Umgang mit sich selbst.

www.estutgut.com

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