Donnerstag, 5. November 2015

...wie Deine Mutter!

Liebes Coaching Tagebuch!

"Du bist genauso wie deine Mutter!" Dieser Satz klingt für uns Frauen wie ein Vorwurf. Schließlich haben wir uns schon oft über die Macken unserer überfürsorglichen, ständig nörgelnden Mutter geärgert. Als deren Ebenbild bezeichnet zu werden, empfinden wir daher als "Beleidigung". Doch es bleibt nicht aus, dass mit zunehmendem Alter bestimmte Ähnlichkeiten offenkundig werden und daher auch anderen Menschen auffallen. Dabei spielen nicht nur die Gene eine wichtige Rolle.
Die frühkindliche Prägung ist entscheidend:
Es sind vor allem die ersten Lebensjahren, in denen die Grundsteine für die spätere Entwicklung  eines Kindes gelegt werden. PsychologInnen sprechen hier von der frühkindlichen Prägung. In den meisten Familien sind in dieser Phase die Mütter sehr präsent. Ich gehörte zu den glücklichen Kindern, deren Mutter in den ersten 5 Lebensjahren ständig verfügbar war. Kein Wunder, dass ich als Mädchen mehr von meiner Mutter als von meinem Vater übernommen habe. Mit 2 Jahren habe ich genau wie andere Mädchen und Burschen mein eigenes Ich entdeckt und individuelle Wünsche geäußert.  Diese Entwicklung ist mit einer Abgrenzung verbunden, die in meiner Pubertät schließlich zur Rebellion geführt hat. Spätestens dann wollte ich nicht mehr hören, dass ich ganz nach meiner Mutter komme und bemühte mich, in meinem Äußeren und meinem Verhalten anders zu sein. Ob bunt gekleidet, wie ein Kanarienvogel oder blass, stark geschminkt mit blauschwarzem Haar. Ich wollte einfach anders sein. Ich war schlampig, faul, schlief bis mittags einfach nur um anders zu sein. Ich habe mich stark von meiner Mama distanziert, abgegrenzt und war in dieser Phase bestimmt oft sehr ungerecht und gemein. Doch was immer ich auch tat, meine Mutter war immer für mich da. Darauf konnte ich mich verlassen, und dieses Gefühl gab mir Sicherheit!

Ähnlichkeiten werden mit den Jahren auffälliger:
Übereinstimmungen zwischen Tochter und Mutter fallen in jungen Jahren weniger stark auf. Das mag unter anderem daran liegen, dass sich markante Gesichtszüge erst später entwickeln. Zudem haben Töchter das Bild der Mutter, wie sie als junge Frau aussah, nicht in der Erinnerung. Ich habe viele Kinderfotos meines Papas gesehen. Von meiner Mama gab es kaum welche und die habe ich nicht in meiner Erinnerung gespeichert.  Somit ist es für mich schwer, einen konkreten Vergleich zu ziehen. 
Außerdem haben in der Kindheit immer alle gesagt, ich sehe aus wie mein Papa. Mit zunehmendem Alter jedoch wurde das anders.  Ähnliche Gesichtszüge wurden immer offensichtlicher. Außerdem fallen mir immer mehr Eigenschaften auf, in denen ich meine Mutter erkenne. Eigenheiten, Verhaltensmuster wurden übertragen. Ich räume Schuhe meiner BesucherInnen auf die gleiche Art und Weise weg, wie meine Mama. Zu meinem Patenkind sage ich das gleiche bestimmende:" Binde dir die Haare zusammen", wie ich es in meiner Kindheit so oft gehört habe. Und ich habe diesen Satz gehasst. Je öfters ich ihn hörte, umso weniger trug ich einen Zopf. Heute trage ich meine Haare kaum mehr offen;-)

Mit Mitte Vierzig kommt die Erkenntnis: 
Selbst wenn wir uns dieser Mechanismen bewusst sind, ist es kaum möglich, sich dagegen zu wehren. Sobald es eine emotionale Nähe gibt, übernimmt man immer Eigenschaften - ob man will oder nicht! 
Spätestens mit 45 Jahren, dreimal darfst du raten liebes Tagebuch, wie alt ich bin, stellt man dann mit Erschrecken fest, dass man doch von der Mutter emotionale Eigenschaften übernommen hat. Ich bin manchmal ähnlich ungeduldig, mache mir zu viel Sorgen und  räume ständig auf."
Doch Hand aufs Herz -  nicht alle Eigenschaften unserer Mütter sind negativ. Auch wenn es an meiner Eitelkeit nagt, wurden mir viele Dinge in die Wiege gelegt, von denen ich noch heute profitiere!

Mit negativen Eigenschaften besser umgehen:
Ein komplettes Rückgängigmachen der mütterlichen Prägung ist unmöglich. Die Mutter bleibt nun mal die wichtigste weibliche Leitfigur in unserem Leben. Und ich bin heute sehr dankbar so eine Mutter zu haben, denn so wie sie ist, ist sie für mich die beste Mutter der Welt! 

Coaching im tiergestützen Setting ist perfekt geeignet um vernünftig mit den mitgegebenen Eigenschaften umzugehen.  Im Leitstutenseminar kannst Du Dir deine mütterliche, weibliche Leitfigur bewusstmachen.

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