Mittwoch, 12. August 2015

Mein Herz zerreißt!

Liebes Coaching Tagebuch!

Mir zerreißt es zeitweise mein Herz. Ich habe vor Tagen eine schwere Entscheidung treffen müssen. Eine Entscheidung die wahrscheinlich überfällig war. Ich musste meine Seelenhündin Dana gehen lassen. Dana hat mich 10 Jahre durch Höhen und Tiefen begleitet. Sie war ein ganz besonderer Hund. Warum fragst du mich liebes Tagebuch?
Weil wir eine tiefe Bindung hatten, weil sie sehr temperamentvoll war. Meine Mutter sagte immer, sie erinnert Dana an mich, als ich noch jung war. Dana war schwer müde zu bekommen, sie wollte immer beschäftigt werden, aber war andererseits der bravste Bürohund. Auch wenn du von Anfang an weißt, dass irgendwann mal dieser Zeitpunkt kommen wird, ist er doch tief verdrängt. Jetzt war er da, am 17.07.2015 ist sie ganz sanft eingeschlafen. Und es war so friedlich, so still.....

Ich weiß,  dass ich mich mit meiner Trauer aktiv beschäftigen muss, sie ist nicht vergleichbar mit einer Krankheit, bei der ich Medikamente einnehme und mir  ausreichend Ruhe gönnen muss. Auch kann mir niemand meine Trauer abnehmen, ich kann ihr nicht entgehen oder gegen sie ankämpfen.  

Die 4 Phasen der Trauerbekämpfung werden mir nicht erspart bleiben.
  1.  Schock – nicht wahrnehmen wollen: Diese Phase kann Stunden aber Monate dauern. Bei mir hat es eine Nacht gebraucht um das zu begreifen. Für mich war es wichtig und richtig alle Hundesachen zu entfernen. Decken, Hundekissen, Futternapf, ein paar Leinen und Halsbänder sind gewaschen und verpackt. Ein Tierheim freut sich bestimmt über diese Sachspenden. Ein für mich ganz besonderes Halsband werde ich aufheben, in einer wunderschönen Schachtel soll es immer bei mir bleiben. Und ihre Asche bekommt einen ganz besonderen Platz in meinem Garten. Ein wunderschöner Hortensienstrauch wird mich immer an Dana erinnern.
  2. Phase der aufbrechenden Gefühle: Es wechseln tiefe Verzweiflung, Angst und Hilflosigkeit. Ich habe massive körperliche Begleiterscheinungen, bei mir äußert sich das seit Tagen mit Appetitlosigkeit, Durchfall und Ruhelosigkeit. Andere wiederum haben Fressanfälle, Verstopfung und klagen über Schlaflosigkeit. Diese Phase kann andauern, solange bis man den Tod akzeptieren kann.
  3. Phase der langsamen Neuorientierung: In ihr findet der Trauernde sich mit dem Verlust ab. Aktivitäten werden wieder aufgenommen und man denkt an schöne gemeinsame  Zeiten zurück.
    Ich glaube ich bin dabei die Phase 3 zu durchlaufen. Ich schaue mir gerne alte Bilder an. Denke an unsere schönen Erlebnisse mit Freude zurück. Ich erzähle gerne meinen Freunden lustige Erlebnisse. Immer in Erinnerung bleiben wird mir, dass Dana als Welpe und Junghund mich überall hin begleitet hat. War ich im Badezimmer, war sie es auch. War ich in der Badewanne, war sie es auch. Das war echt herzig als dieser kleine Hund mit 12 Wochen mit einem Satz in der Wanne war. Zum Glück haben wir das nicht beibehalten, denn einen 25kg schweren Hund will wohl niemand in der Wanne haben, zumindest nicht gemeinsam.
  4. Neues, inneres Gleichgewicht: Neues seelisches und körperliches Gleichgewicht. Das wird noch eine Zeit dauern, aber ich bin am richtigen Weg, denn ich denke bereits jetzt dankbar an die gemeinsame Vergangenheit zurück.
"Die Zeit heilt keine Wunden! 
Was wir mit der Zeit anfangen, ist bedeutend für unsere Heilung!"

Der Trauerprozess muss aktiv durchlebt werden. Wir brauchen die Zeit, um unseren Schmerz, unseren Ärger, unsere Ängste zu verspüren. Wir brauchen die Zeit, um wieder genießen zu können und wir werden uns neu orientieren.

Die Trauerphasen sind für uns alle gleich. Unabhängig davon ob wir einen geliebten Menschen oder ein Tier verloren haben, aber die Dauer ist vom Alter, der Nähe des zu Betrauernden abhängig. Und die eigene Persönlichkeit mit diesem Thema umzugehen ermöglicht unterschiedliche Zugänge. Mir haben in den letzten Tagen viele liebe Menschen zugehört, mit mir geweint, mich in den Arm genommen und waren einfach nur da. Dafür bin ich euch allen sehr dankbar, ihr könnt mir zwar den Schmerz nicht nehmen, aber ihr lasst mich damit nicht alleine und das fühlt sich gut an.

„Wer im Herzen seiner Lieben lebt, ist nicht tot, sondern nur fern. Tot ist nur, wer vergessen wird!“
Run free  - meine über alles geliebte Dana!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen